Schulen raumakustisch immer wieder eine Herausforderung. Ein Musikgymnasium erst recht, und dann sollen die Räume noch optisch ansprechend und aussagekräftig sein.
Das Gymnasium Oberursel verbindet au einzigartige Weise gestalterische Exzellenz und nutzungsgerechte Raumakustik.
Gleich einer Stadthalle übernimmt die Aula, welche im alltäglichen Schulbetrieb als Mensa genutzt wird, die Funktion der kulturellen Mitte des Komplexes. Eine integrierte Bühne ermöglicht hier das Abhalten größerer Veranstaltungen oder Konzerte, wie sie der Profilschwerpunkt der Schule als Musikgymnasium mit sich bringt. Die großzügige Bedämpfung des Raumes durch raffiniert-dreidimensional gestoßenen Lochplatten von Staudigel, sorgen für angenehme Lautstärke, auch bei aufgeregtem Pausenlärm. Gleichzeitig wirken die Oberflächen in Birke durch die verschiedenen Beleuchtungswinkel verspielt und warm, fast wie das herbstliche Blätterdach eines Baumes, durch das die Sonne scheint.
Die zwei seitlich angeordneten Foyers ermöglichen des Weiteren die Öffnung des Raums zum zentralen Schulhof.
Auch im restlichen Gebäudekomplex muss die Raumakustik auf das Nutzungsprofil einer Schule zugeschnitten sein. Die gewählten Materialien, u.a. Sichtbeton und Glas, sind allesamt sehr schallhart. Absorberfläche wird also eingebaut, wo immer Möglich. Ob als Wandverkleidungen, Türleibungen oder Deckenbaffeln. Der farbliche und materielle Kontrast zur Aula ist besonders stark, an der Essensausgabe zu spüren, wo Grüntöne und kühles Anthrazit an die Stelle von warmer Birke treten.