Schallabsorption und Reflexion – Wie funktionieren Akustikabsorber?
Akustikabsorber haben die Aufgabe, Schallenergie aufzunehmen und dadurch störende Reflexionen zu reduzieren. Trifft eine Schallwelle auf einen Absorber, dringt sie in dessen Oberfläche ein. Die Schallenergie wird im Material durch Reibung in Wärme umgewandelt und steht anschließend nicht mehr für weitere Reflexionen im Raum zur Verfügung.
Je nach Aufbau wirken unterschiedliche Absorber in verschiedenen Frequenzbereichen. Poröse Materialien wie Mineralwolle oder Akustikvliese absorbieren vor allem mittlere und hohe Frequenzen. Für tiefe Frequenzen kommen Resonanz- oder Membranabsorber zum Einsatz, die gezielt auf bestimmte Frequenzbereiche abgestimmt werden.
Ein entscheidender Faktor für die Wirksamkeit von Absorbern ist der Montageabstand zur Wand oder Decke. Wird ein Absorber mit Abstand montiert, entsteht ein Luftspalt, der die Absorption insbesondere im tieferen Frequenzbereich deutlich verbessert. Der Grund dafür liegt in der Schallwellenbewegung: In einem gewissen Abstand zur festen Oberfläche ist die Schallschnelle höher, wodurch der Absorber effektiver arbeiten kann. Bereits wenige Zentimeter Abstand können die akustische Leistung spürbar erhöhen.
Im hochwertigen Innenausbau werden häufig mikroperforierte oder geschlitzte Holzwerkstoffe eingesetzt. Die feinen Öffnungen sind optisch nahezu unsichtbar, ermöglichen jedoch eine wirksame Schallabsorption. In Verbindung mit einem dahinterliegenden Absorbermaterial und einem definierten Montageabstand entstehen leistungsfähige Wand- und Deckenverkleidungen, die sowohl im mittleren als auch im tieferen Frequenzbereich wirksam sind.
Erst das Zusammenspiel aus absorbierenden, reflektierenden und streuenden Flächen erzeugt eine ausgewogene Raumakustik. Ziel ist es nicht, möglichst viel Schall zu absorbieren, sondern die Absorption gezielt über verschiedene Frequenzbereiche hinweg zu steuern und den Raum optimal auf seine spätere Nutzung abzustimmen.